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Wachtendonker Platt
Am unteren Niederrhein spricht man Kleverländisch – eine niederfränkische Mundart, die dem Niederländischen näher steht als dem Hochdeutschen.
In Wachtendonk und am unteren Niederrhein wird traditionell **Kleverländisch** gesprochen, eine niederfränkische Mundart. Anders als das rheinische Ripuarisch weiter südlich liegt Wachtendonk **nördlich der Uerdinger Linie**: Hier heißt es „ek" statt „ich" und „mi" statt „mich" – wie im benachbarten Niederländischen. Das Platt bildet mit dem Niederländischen ein durchgehendes Dialektkontinuum. Viele Wörter – „eikes" (Eier), „ääte" (essen), „ömmer" (immer) – zeigen die enge Verwandtschaft. Gesprochen wird es heute vor allem noch von älteren Menschen im Alltag.
- Sprachfamilie
- Westgermanisch, Niederfränkisch (Kleverländisch)
- Zweig
- Nordniederfränkisch, nördlich der Uerdinger Linie – eng mit dem Niederländischen verwandt
- Sprecher
- vor allem noch bei älteren Generationen am unteren Niederrhein
Aussprache-Merkmale
Mini-Wörterbuch
∅
Redewendungen
„ek“ statt „ich“ und „efkes“ (kurz) sind typisch kleverländisch.
Ein oft zitierter Beispielsatz für die niederrheinische Mundart.
Mini-Grammatik
Ek/mi – die Personalpronomen
Nördlich der Uerdinger Linie heißt es „ek/ik“ (ich) und „mi“ (mich) – wie im Niederländischen, nicht „ich/mich“ wie im Hochdeutschen.
Nah am Niederländischen
Kleverländisch gehört zum niederfränkischen Dialektkontinuum und stand lange unter niederländischer Dachsprache; viele Wörter und Satzbaumuster ähneln dem Niederländischen.
In Musik & Kultur
Zwischen zwei Sprachen
Der untere Niederrhein bildet mit dem angrenzenden Niederländisch ein Dialektkontinuum. Bis um 1900 war Niederländisch hier vielerorts Schrift- und Kirchensprache, bevor die preußische Sprachpolitik es zugunsten des Hochdeutschen verdrängte.
Anerkennung als Regionalsprache
Auf niederländischer Seite (Provinz Limburg) sind die nordniederfränkischen Mundarten seit 1997 als Regionalsprache nach der Europäischen Charta anerkannt. Am deutschen Niederrhein lebt das Platt vor allem als Alltagsmundart älterer Generationen fort.
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