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stuff to do in.Wachtendonk
© Heilig, Walter · CC BY-SA 3.0 de

Römerbach (Wankumer Heide)

Quellbach, benannt nach einem ehemaligen Römerlager, an dem zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert eine Pferdewechselstation bestand.

Outdoor

Auf Karten aus dem 19. Jahrhundert fehlt der Römerbach noch. Seinen heutigen Lauf prägte die Melioration der Wankumer Heide zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Auf einen Blick

Art
Quellbach
Länge
etwa ein Kilometer
Lage
Naturschutzgebiet Wankumer Heide bei Wankum (Wachtendonk), Nordrhein-Westfalen, östlich der Heronger Buschberge
Fließrichtung
südsüdöstlich
Mündung
in den Schürkesbach, der nach weiteren 100 Metern nahe der Flootsmühle in die Nette fließt
Wissenswertes
in der Nähe sichtbare Grabungen des „Grand Canal du Nord“
Wusstest du?

Nur 150 Meter von der heutigen Mündung des Römerbachs in den Schürkesbach entfernt ließ Napoleon 1808–1810 einen 16 Meter breiten Kanal („Grand Canal du Nord“) graben, der Rhein und Maas verbinden sollte – das Projekt wurde am 1. Januar 1811 eingestellt, die Grabungen sind bis heute sichtbar.

Ein Name aus der Römerzeit

Seinen Namen verdankt der Bach einem ehemaligen Römerlager, das sich unweit seines Laufs befand. Irgendwann zwischen dem 1. und dem 4. Jahrhundert lag dort eine Pferdewechselstation. Seit dem 19. Jahrhundert kamen an dieser Stelle Wasserleitungsröhren, Ziegel mit Stempeln der XXX. Legion und Scherben von Terra-Sigillata-Keramik zutage. Münzen, Öllampen, Statuetten sowie Gebrauchsgegenstände aus Eisen und Bronze belegen die Station ebenfalls.

Napoleons abgebrochener Kanal

Weniger als 150 Meter unterhalb der heutigen Mündung in den Schürkesbach wurde von 1808 bis 1810 gegraben. Geplant war eine von Napoleon angestoßene Wasserstraße zwischen Rhein und Maas, 16 Meter breit und 2,60 Meter tief. Bereits am 1. Januar 1811 wurde das Vorhaben eingestellt. Die Grabungen sind bis heute erkennbar und teilweise mit Wasser gefüllt, eine direkte Verbindung zur Nette besteht jedoch nicht.

Quelle und Erlenbruchwald

Der gesamte Bach verläuft in einem Erlenbruchwald, den Jülicher Straße, Scharenbergweg und Schnirpweg umschließen. An der Sickerquelle ist eine großflächige Vernässung zu beobachten. Sande und Kiese leiten das Grundwasser, tertiäre Schluffe und feine Sande stauen es.

Die Melioration der Heide

Zwischen 1903 und 1907 sollte der zu nasse und nährstoffarme Ackerboden von 172 Landbesitzern auf etwa 400 Hektar verbessert werden. Gräben entwässerten die Flächen und Wege, mit dem Aushub wurden die Wege erhöht. Auf einigen Flächen durchbrach ein Dampfpflug die wasserundurchlässige Schicht in 50 bis 70 Zentimetern Tiefe, künftige Wiesen bearbeitete man mit einem Pferdepflug, und auf den extrem nassen Flächen geschah dies von Hand mit dem Spaten.

Arbeitskräfte und Folgen

Weil Landarbeiter fehlten, arbeiteten 60 Gefangene des Zuchthauses in Werden sowie 45 sogenannte Korrigenden mit, Insassen der Rheinischen Provinzial-Arbeitsanstalt Brauweiler. Bei entsprechender Leistung erhielten die Korrigenden ein- bis zweimal im Monat eine „Speckzulage“ zur Verpflegung. Die Flächen gewannen danach deutlich an Wert, was sich auch auf die Pachtpreise auswirkte, und zwei Landwirte errichteten neue Gehöfte.

Zeitstrahl

  1. 1.–4. Jahrhundert
    Römische Pferdewechselstation unweit des späteren Römerbachs
  2. 1808–1810
    Grabungsarbeiten für den Kanal „Grand Canal du Nord“ (Rhein–Maas)
  3. 1811
    Kanalprojekt am 1. Januar eingestellt
  4. 1879
    Gesetz zur Bildung von Wassergenossenschaften (1. April)
  5. 1903–1907
    Melioration der Wankumer Heide

Karte

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-10-10

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