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Honnenkapelle (Kapelle St. Cruxis)

Aus einem Gelübde während des Wachtendonker Stadtbrands von 1708 entstanden, steht die neugotische Backsteinkapelle bis heute im ländlichen Rüttendorf.

seit 1857

Die Kapelle St. Cruxis – im Volksmund nach dem benachbarten Honnenhof „Honnenkapelle" genannt – ist ein kleines Gotteshaus im Wachtendonker Ortsteil Rüttendorf. Ihre Wurzeln reichen in den großen Stadtbrand von 1708 zurück, aus dessen Not heraus ein Ehepaar den Bau gelobte.

Auf einen Blick

Offizieller Name
Kapelle St. Cruxis (Kreuzkapelle), volkstümlich Honnenkapelle
Adresse
Rüttendorfer Weg 7, 47669 Wachtendonk (Bauernschaft Rüttendorf, zu Gelinter)
Ursprung
Gelübde vom 14. August 1708 während des Wachtendonker Stadtbrands
Heutiger Bau
neugotische Backsteinkapelle von 1856/57 nach Plänen des Kölner Architekten Friedrich Schmidt
Baukosten
1.500 Taler, aus Spenden der Bevölkerung finanziert
Denkmalschutz
Baudenkmal Nr. 132 der Gemeinde Wachtendonk, eingetragen 1987
Nutzung
Rosenkranzgebet, Maiandacht und Bittgänge vor Christi Himmelfahrt

Altersvergleich

Alter im Vergleich mit anderen Orten in Wachtendonk.

Geschichte

Am 14. August 1708 verwüstete ein Großbrand Wachtendonk und vernichtete nahezu einhundert Wohnhäuser. In dieser Bedrängnis gelobten Caspar Lauwart und Elisabeth van Kempen, die im „Haus Püllen" am Alten Markt lebten, eine beträchtliche Geldsumme für kirchliche Zwecke zu stiften, sollte ihr Anwesen verschont bleiben. Das Haus blieb unversehrt und steht bis heute. 1716 ließen die beiden zusätzlich einen Altar zu Ehren des Heiligen Kreuzes errichten; zur selben Zeit entstand am Rüttendorf ein Heiligenhäuschen.

Der erste Kapellenbau war ein Fachwerkbau mit Lehmputz. Nach rund 150 Jahren hatte die Witterung ihn so stark angegriffen, dass er abgetragen wurde. 1856/57 folgte ein vollständiger Neubau als neugotische Backsteinkapelle nach Plänen des Kölner Architekten Friedrich Schmidt. Die 1.500 Taler Baukosten kamen aus Spenden der Bevölkerung zusammen. Der Sockel des Altars stammt noch aus dem Vorgängerbau, während der Aufbau neu beschafft wurde. Über dem Portal erinnert eine eingelassene Sandsteintafel daran, dass die Kapelle 1856 zu Ehren der Sieben Schmerzen der Jungfrau Maria neu errichtet wurde.

Architektur und Ausstattung

Den schlanken Bau krönt ein Glockenturm als Dachreiter; die Glocke wird bis heute von Hand geläutet. Im Inneren treffen sakrale und rustikale Stücke aufeinander. Im Mittelpunkt steht der Altar mit einer Darstellung Jesu in den Armen Marias, einem Pietà-Motiv. An der linken Seitenwand hängt ein handgefertigtes Holzschild von Wilhelm Hilkmann mit der Aufschrift „Danke Gott und sei zufrieden"; von ihm stammt auch das Holzkreuz des Kruzifixes, während das frühere Kreuz verborgen im Altar liegt. Gegenüber mahnt eine Holztafel mit den Worten „Segne Frucht und Ackerland. Schütz vor Wasser, Flut und Brand" – ein Bezug zur bäuerlich geprägten Umgebung. Links neben der Eingangstür ist ein sechsstrophiges Gedicht des ortsansässigen Dichters Heinrich Taxen angebracht, das die Kapelle allen Vorüberziehenden einen freundlichen Gruß entbieten lässt; seine Schwester Mina Taxen spendete das Holz für eine neue Tür. Einer unbestätigten örtlichen Überlieferung nach sollen in Kriegsjahren unter dem Dach Getreidesäcke versteckt worden sein.

Bräuche und Nutzung heute

1986/87 wurde die Kapelle gründlich renoviert – finanziert und in Eigenarbeit durchgeführt von den Bewohnern der Bauernschaft Gelinter; 2017 folgte eine weitere Restaurierung. Bis heute wird sie regelmäßig genutzt: für das Rosenkranzgebet der Vereinigten St. Sebastianus- und St. Michaelsbruderschaft Gelinter, zur Maiandacht sowie an den Bitt-Tagen vor Christi Himmelfahrt. Seit 1987 steht sie als Baudenkmal Nr. 132 der Gemeinde Wachtendonk unter Denkmalschutz.

Karte

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Adresse

Rüttendorfer Weg 7
47669 Wachtendonk

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-11

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