Schürkesbach
Rund zwei Kilometer langer Quellbach in der Wankumer Heide – mit Bachneunauge, Steinbeißer und Spuren aus der Römerzeit.
Der Schürkesbach, auch Schürkesbeek genannt, ist ein etwa zwei Kilometer langer Quellbach in der Wankumer Heide bei Wankum in Nordrhein-Westfalen. Er verläuft östlich der Heronger Buschberge innerhalb eines Erlenbruchwaldes.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Quellbach, auch Schürkesbeek genannt
- Länge
- etwa zwei Kilometer
- Lage
- Wankumer Heide, Naturschutzgebiet bei Wankum, Nordrhein-Westfalen
- Umgebung
- Erlenbruchwald, umschlossen von Jülicher Straße, Scharenbergweg und Wolfsgrabenweg
- Mündung
- in die Nette, unweit der Flootsmühle
- Besonderheit
- Vorkommen geschützter Fischarten sowie Funde aus der Römerzeit
Verlauf
Die ursprüngliche Quelle lässt sich heute nicht mehr ausmachen; sie ist durch eine Karte vom Beginn des 20. Jahrhunderts belegt. An der einstigen Stelle zeigt sich nur noch eine großflächige Vernässung. Ein Bachlauf wird erst erkennbar, wo sich das Wasser an einer etwa 60 cm hohen Staustufe aus hölzernen Bohlen parallel zum Schürkesweg sammelt. Der Bach unterquert den Schnirpweg, nimmt den Römerbach auf und mündet in geradem Verlauf in die Nette.
Geschützte Arten
Untersuchungen im Jahr 2012 wiesen kurz vor der Mündung in die Nette den auf der Roten Liste NRW geführten Steinbeißer sowie ein großes Vorkommen des nach FFH-Richtlinie geschützten Bachneunauges nach. Diese Funde belegen die gute Wasserqualität des weitgehend unbelasteten Baches. Nachgewiesen wurden außerdem Bachschmerlen, Döbel, Flussbarsche, Schleien sowie Zwerg- und Dreistachliger Stichling.
Römerzeit
Wahrscheinlich diente der Quellbach schon in der Römerzeit zur Wasserversorgung eines nahen Römerlagers, in dessen Nähe sich eine Pferdewechselstation befand. Seit dem 19. Jahrhundert kamen hier Wasserleitungsröhren, Ziegel mit Legionsstempeln der XXX. Legion und Scherben von Terra-Sigillata-Keramik zutage. Funde von Gebrauchsgegenständen, Münzen, Öllampen und Statuetten belegen, dass die Station zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert bestand.
Grand Canal du Nord
Weniger als 100 Meter unterhalb der heutigen Mündung fanden von 1808 bis 1810 Grabungen für eine künstliche Wasserstraße statt. Der von Napoleon initiierte „Grand Canal du Nord“ sollte 16 Meter breit und 2,60 Meter tief den Rhein mit der Maas verbinden, wurde jedoch am 1. Januar 1811 eingestellt. Die noch sichtbaren Grabungen sind teils mit Wasser gefüllt, haben aber keine direkte Verbindung zur Nette.
Wissenswertes
Der Name Schürkesbeek geht auf das Plattdeutsche zurück, in dem „Beek“ Bach bedeutet. Im nahen Herongen erhielt so auch die Beekerstraße ihren Namen.
Karte
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