Haus Ingenraedt
Wasserschloss bei Wankum, das zu den ältesten Häusern am Niederrhein zählt – 1627 neu errichtet und heute Sitz der Jagdschule Niederrhein.
Das Haus Ingenraedt, seltener Ingenrath geschrieben, ist ein Wasserschloss bei Wankum und zählt zu den ältesten Häusern am Niederrhein. Der Name bedeutet „in der Rodung“.
Auf einen Blick
- Art
- Wasserschloss, ehemaliges Rittergut
- Lage
- kleines Waldgebiet im Wachtendonker Ortsteil Wankum, rund zwei Kilometer nordwestlich des Ortskerns, am linken Niersufer
- Anlage
- fünfteilig, auf Pfahlrostgründung
- Insel
- etwa 115 × 85 Meter, von einer Gräfte umschlossen, mit einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude
- Umgebung
- Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert mit alten Lebensbäumen, Blutbuchen und einigen Exoten
- Neubau
- 1627 durch die Brüder de Haen
Frühe Erwähnungen und Erbfolge
In einer Steuerliste von 1369 erscheint ein Deric in den Rade; ob damals bereits ein festes Haus am heutigen Ort stand, ist unsicher. Urkundlich fassbar wird Haus Ingenraedt 1402 als „Huis ende Hoff“ im Amt Krickenbeck, ein geldrisches Lehen des Gerhard Ingen Raide. Ab 1424 hielt die Familie Hertefeld das Lehen; über die Heirat von Lysbeth von Hertefeld kam es 1473 an die von Bocholtz. Später gelangte das Gut über eine Tochter an Werner Hundt zu Nuvenhoff. Dessen drei Töchter verkauften das damals baufällige, teils eingestürzte Anwesen 1626 an die Brüder Arnold und Martin de Haen.
Neubau und wechselnde Besitzer
Die de Haen errichteten 1627 ein neues Haus und erhielten dafür erneut den Status eines Ritterguts. Bis 1750 blieb es in Familienbesitz, danach ging es über Erbtöchter an die Familien de Winckel, van Wevelinckhoven und van Splinter. 1842 schenkte Adelgunde von Ruijs das Haus ihrem Sohn Constantin von Ruys zur Hochzeit; er war lange Bürgermeister von Wachtendonk, Wankum und Herongen. 1868 kam Ingenraedt an die Freiherren Geyr von Schweppenburg, die jedoch ab 1876 auf dem nahe gelegenen Haus Caen lebten. 1903 erhielt Max Geyr von Schweppenburg das Haus als Geschenk zu seiner Heirat mit der Gräfin Eugenie von Villers; das Paar wohnte bis 1914 auf Ingenraedt.
Familie von Loë und Zweiter Weltkrieg
Um 1930 erwarb Freiherr von Büllingen-Wevelinghoven das Anwesen. Ab 1932 bewohnten seine Tochter Emilie und ihr Mann Rudolf Freiherr von Loë das Haus. Da Emilie im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war, wurde Ingenraedt zu einem Treffpunkt des katholischen Widerstands. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Bilder der Gemäldesammlung zerstört. Der russische Maler Dimitri von Prokofieff verbrachte als Gast der von Loë seinen Lebensabend auf dem Anwesen.
Architektur
Ältester Teil ist ein zweiachsiges Backstein-Wohnhaus mit zwei Geschossen über einem Grundriss von 30 × 23 Fuß; seine Mauern sind drei Fuß dick. An der Südecke steht ein fünfseitiger Turm mit geschweifter Haube. Ein steinernes Wappen der de Haen und Maueranker am südlichen Treppengiebel verweisen auf das Jahr 1627. Nordöstlich folgt ein Saalbau mit angebauter Kapelle. Im 18. Jahrhundert kam ein Osttrakt hinzu, der mit einem Erweiterungsflügel von 1863 bis 1891 unter einem gemeinsamen Dach vereint ist; dieser wurde 1902 aufgestockt und mit einem Türmchen an der Ostecke versehen. Ein Anbau von 1910 bot Platz für Waschküche, Badezimmer und Vorratsraum.
Heutige Nutzung
Heute hat die Jagdschule Niederrhein ihren Sitz im Haus, geleitet vom Eigentümer Felix Freiherr von Loë, einem Enkel von Emilie und Rudolf von Loë. Räume lassen sich für Trauungen und private Feiern anmieten.
Karte
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Adresse
Langdorfer Str. 18
47669 Wachtendonk
Kontakt
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-13)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-03)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-03, rev 267247518)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-03
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