Franziskanerkirche
Barockkirche in Miltenberg nach dem Vorbild gotischer Bettelordenskirchen, geplant vom aus Italien stammenden Baumeister Antonio Petrini.
Im unterfränkischen Miltenberg steht die ehemalige Franziskanerkirche Unbefleckte Empfängnis Mariens, ein Barockbau des aus Italien stammenden Antonio Petrini, der später fürstbischöflich-würzburgischer Hofbaumeister wurde.
Auf einen Blick
- Art
- Ehemalige Franziskaner-Klosterkirche, römisch-katholischer Barockbau
- Lage
- Miltenberg (Unterfranken), heutige Stadtmitte, einst Äußere Vorstadt
- Kirchweihe
- 1688, zunächst mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt
- Grundriss
- Siebenjochige Saalkirche mit eingezogenem Chor, Dachreiter statt Turm
- Konvent
- 1630 gegründet, 1983 aufgelöst
- Heute
- Konventsgebäude von der Caritas genutzt
Geschichte
Den Franziskanerkonvent gründeten die Brüder 1630; die ersten Jahrzehnte standen im Zeichen von Krieg und Pest. Von 1660 bis 1662 entstand das Kloster mit Kapelle, ab 1667 folgte die Kirche. Nach Vollendung des Langhauses 1679 und des Chors 1688 wurde die gesamte Kirche im selben Jahr geweiht. Bis 1705 kam eine reiche Ausstattung hinzu; 1707 wurde die bis dahin flach gedeckte Kirche eingewölbt.
Kloster und Konvent
Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Blüte: 1730 legten die Brüder einen Klostergarten an, 1735 erweiterten sie die Konventsgebäude. Im Kloster wurden Philosophie und Theologie gelehrt, und Franziskaner unterrichteten am Miltenberger Gymnasium. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgehoben, die Ordensleute behielten Wohnrecht bis zu ihrem Tod. Das leerstehende Kloster wurde den Franziskanern zurückgegeben und gehörte zunächst zur Fränkischen, ab 1836 zur Bayerischen Franziskanerprovinz; von 1836 an wurde es neu besiedelt. 1843 nahm der Konvent das Patrozinium Unbefleckte Empfängnis Mariens an – nach der von Franziskanertheologen seit Jahrhunderten vertretenen und 1854 zum Dogma erhobenen Lehre von der Erbsündenfreiheit Marias. 1960 zählte der Konvent vier Priester und vier Laienbrüder, ehe er 1983 aufgelöst wurde.
Architektur
Vorbild waren die gotischen Bettelordenskirchen. Der schlichte Saalbau umfasst sieben Joche und schließt mit einem zweijochigen, eingezogenen Chor. Anstelle eines Kirchturms sitzt ein Dachreiter auf dem Dach. Gurtbögen gliedern das Tonnengewölbe.
Ausstattung
Zur frühen Ausstattung gehörte die 1681 gebaute Orgel des dem Orden angehörenden Orgelbauers P. Adam Öhninger. Zwischen 1888 und 1893 wich die barocke Gestalt einer Neuausstattung im Zeitgeschmack, 1938 wurde die figürliche Bemalung überstrichen. Von 1960 bis 1964 kehrte man teils zum Barock zurück: Der Immaculata-Hochaltar entstand neu in barocken Formen, die beiden Seitenaltäre kamen aus der Laudenbacher Kirche; 1977 folgte eine weitere Innenrenovierung. Erhalten blieben die figurenreiche Kanzel und der Prospekt der Öhninger-Orgel, an dem die Firma Vleugels einen Umbau vornahm, der einem Neubau gleichkam.
Wissenswertes
Zwischen 1922 und 1931 gehörte Petrus Mangold dem Konvent an und wirkte als Religionslehrer und Volksmissionar; 1941 starb er im KZ Dachau. Für Mittellose betrieben die Brüder eine kostenlose Essensausgabe, 1932 mit 20.591 Mahlzeiten. Der Zweite Weltkrieg brachte keine nennenswerten Schäden. Seit 2012 gibt es Pläne, die Kirche als Kolumbarium zu nutzen.
Galerie
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Adresse
Hauptstraße 62
63897 Miltenberg
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-18)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-13)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-13, rev 256774842)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13
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