Klosterkirche (ehemalige Franziskanerkirche)
Barocke Saalkirche des früheren Miltenberger Franziskanerklosters, erbaut ab 1667 nach Plänen von Antonio Petrini.
Die als Klosterkirche bekannte ehemalige Franziskanerkirche Unbefleckte Empfängnis Mariens ist eine römisch-katholische Barockkirche in der Innenstadt von Miltenberg. Sie gehörte zum früheren Franziskanerkloster und wurde ab 1667 nach Plänen des Baumeisters Antonio Petrini errichtet.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Bauzeit
- Baubeginn 1667, Langhaus 1679, Chor 1688 vollendet und geweiht
- Bauform
- schlichte, siebenjochige barocke Saalkirche mit eingezogenem Chor, nach dem Vorbild gotischer Bettelordenskirchen
- Architekt
- Antonio Petrini, aus Italien stammend, später fürstbischöflich-würzburgischer Hofbaumeister
- Lage
- in der heutigen Stadtmitte, der früheren Äußeren Vorstadt
- Träger
- ehemaliges Franziskanerkloster (Konvent 1630 gegründet, 1983 aufgelöst)
- Patrozinium
- Unbefleckte Empfängnis Mariens (seit 1843; ursprünglich Mariä Himmelfahrt)
- Orgel
- erhaltener Prospekt der Öhninger-Orgel von 1681
- Geplante Nutzung
- seit 2012 Überlegungen zur Nutzung als Kolumbarium
Kloster und Konvent
Der Miltenberger Franziskanerkonvent wurde 1630 gegründet und gehörte zur Thüringischen Franziskanerprovinz. Die ersten Jahrzehnte standen im Schatten von Krieg und Pest. Nach provisorischen Unterkünften entstand 1660 bis 1662 das Kloster mit Kapelle in der damaligen Äußeren Vorstadt, dem heutigen Stadtzentrum. Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine Blüte: 1730 wurde ein Klostergarten angelegt, 1735 wurden die Konventsgebäude erweitert, und die Brüder lehrten Philosophie und Theologie sowie am Miltenberger Gymnasium.
Bau der Kirche
1667 begann der Bau der Klosterkirche. Der aus Italien stammende Antonio Petrini, später Hofbaumeister des Würzburger Fürstbischofs, lieferte die Pläne. 1679 war das Langhaus fertig, 1688 folgte der Chor; im selben Jahr wurde die Kirche geweiht, damals mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt. Bis 1705 erhielt sie eine reiche Ausstattung, darunter die 1681 vom klosterangehörigen Orgelbauer P. Adam Öhninger geschaffene Orgel. 1707 wurde die zuvor flach gedeckte Kirche eingewölbt.
Umbrüche und Wechsel
1803 wurde das Franziskanerkloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst; die Ordensleute behielten Wohnrecht bis zu ihrem Tod. Nachdem Miltenberg an Bayern gefallen war, wurde das Kloster ab 1836 neu besiedelt und ging an die Bayerische Franziskanerprovinz über. 1843 wechselte der Konvent zum Patrozinium Unbefleckte Empfängnis Mariens. Von 1888 bis 1893 ersetzte man die barocke Gestalt durch eine Ausstattung im damaligen Zeitgeschmack. 1983 wurde der Konvent schließlich aufgelöst, die Klostergebäude bezog die Caritas.
Bauwerk und Ausstattung
Die Kirche folgt dem Vorbild der gotischen Bettelordenskirchen: eine schlichte, siebenjochige Saalkirche mit zweijochigem, eingezogenem Chor und einem Dachreiter anstelle eines Kirchturms. Das Tonnengewölbe ist durch Gurtbögen gegliedert. In den Jahren 1960 bis 1964 wurde das Innere umgestaltet und teilweise rebarockisiert; dabei entstand ein neuer Immaculata-Hochaltar in barocken Formen, während die beiden Seitenaltäre aus der Laudenbacher Kirche stammen. Von der ursprünglichen Ausstattung sind die figurenreiche Kanzel und der Prospekt der Öhninger-Orgel erhalten, an der die Firma Vleugels später einen umfassenden Umbau vornahm.
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-13)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-14)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-14
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.



