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© Rosenzweig · CC BY-SA 3.0

St. Jakobus

Katholische Pfarrkirche am Main – ihre sechs Glocken bilden nach dem Würzburger Dom das gewichtigste Geläut des Bistums.

Die St.-Jakobus-Kirche ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Miltenberg am Main und trägt den Namen des Apostels Jakobus des Älteren.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Pfarrkirche
Lage
Miltenberg am Main (Bayern)
Baustil
Klassizistisch, im Kern gotisch
Bauform
Dreischiffige Emporenpseudobasilika mit Dreiseitapsis
Glocken
Sechs, verteilt auf Nord- und Südturm
Orgel
32 Register, spielbar auf drei Manualen und Pedal
Zugehörigkeit
Pfarreiengemeinschaft St. Martin, Dekanat Miltenberg, Bistum Würzburg

Geschichte und Bau

Eine erste Kirche entstand im 13. Jahrhundert, als Miltenberg Stadtrechte erhielt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts folgte ein größerer dreischiffiger Bau, der 1782 für baufällig erklärt wurde. Das heutige klassizistische Erscheinungsbild entstand im 19. Jahrhundert, unter anderem mit den Chorflankentürmen samt welschen Hauben und Laternen. 1959 wurde der Innenraum purifiziert. Bei der Generalsanierung 2003/2004 wurde der liturgische Raum nach den Vorgaben der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils umgestaltet: Das Bodenniveau wurde wieder erhöht, die Stufenanlage im Chorraum verändert und eine neue Altarinsel eingebaut. Der Altar rückte näher an die Bänke, der Tabernakel erhielt einen Platz in einem historischen Sakramentshäuschen.

© Holger Uwe Schmitt · CC BY-SA 4.0

Pfarrei

Zur Pfarrgemeinde gehören als Filialkirchen St. Josef im Ortsteil Breitendiel, St. Katharina in Mainbullau und St. Vitus in Wenschdorf.

© Holger Uwe Schmitt · CC BY-SA 4.0

Ausstattung

Wer von Westen eintritt, steht am Taufort: Unter einem mächtigen Radleuchter befindet sich ein Muschelbecken von 1608, gefertigt von Michael Juncker. Im Chorraum steht seit 2004 ein farbstarkes, an einen Flügelaltar erinnerndes Bild von Clemens Kaletsch, das sich durch Aus- und Einklappen verändern lässt. Es zeigt unter anderem die Berufung des Jakobus und Johannes am Fischerboot, die Auferweckung der Tochter des Jaïrus, die Szene im Garten Getsemani sowie die Bitte der Frau des Zebedäus an Jesus. Prägnant ist die Kanzel von 1635 von Zacharias Juncker d. Ä. Im nördlichen Seitenschiff hängen eine Dreikönigsgruppe um 1400 sowie in der Andachtskapelle eine Madonna im Strahlenkranz aus derselben Zeit; im südlichen Seitenschiff stehen die Barockfiguren der Heiligen Nepomuk und Jakobus. Weiter gehören ein Alabaster-Altaraufsatz von 1624 mit sieben Marienszenen und ein lebensgroßes spätgotisches Sandsteinkreuz von Hans Backoffen zur Ausstattung. Die Außenseiten der Seitenschiffe umziehen die 1927 von Thomas Buscher geschaffenen Kreuzwegstationen, deren farbige Fassung bei der Purifizierung 1959 verloren ging.

© Holger Uwe Schmitt · CC BY-SA 4.0

Orgel

Vom Instrument des Orgelbauers Schleich aus dem Jahr 1699 ist das Gehäuse vollständig erhalten. Das Orgelwerk baute 2004 die Werkstatt Vleugels (Hardheim) und verwendete 13 Register des Vorgängerinstruments wieder, das 1935 von J. Bittner geschaffen worden war. Es ist ein Schleifladen-Instrument mit mechanischen Spieltrakturen und elektrischen Registertrakturen. Zu den Effektregistern zählen Nachtigall, Cymbelstern, Pauke und Kuckuck sowie ein Posaunenengel, der beim Drehen ein Schiffshorn erklingen lässt, der sogenannte Bieber-Boom.

© Glockenzeit · CC BY-SA 4.0

Wissenswertes

Die sechs Glocken bilden nach dem Geläut des Würzburger Doms das gewichtigste der Diözese; die beiden größten hängen im Nordturm, die übrigen im Südturm. Am 22. Juli 2006 ließ der damalige Pfarrer Ulrich Boom sie 20 Minuten läuten, um eine Demonstration einer NPD-Jugendorganisation zu übertönen.

© Roland Geider ( Ogre ) · Public domain

Galerie

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Hauptstraße 166
63897 Miltenberg

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13

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