Museum Stadt Miltenberg
Stadt- und Regionalgeschichte von der Römerzeit bis heute – in drei Renaissance-Fachwerkhäusern am Schnatterloch, ausgezeichnet mit dem Bayerischen Museumspreis.
Das Museum Stadt Miltenberg residiert im „Haus Miltenberg“ mit seinen reich verzierten Renaissance-Erkern direkt am Schnatterloch, dem Miltenberger Marktplatz. Auf 44 Räumen erzählt es die Geschichte der Stadt und ihrer Region von der Steinzeit bis in die Gegenwart.
Auf einen Blick
- Ort
- „Haus Miltenberg“, drei historische Fachwerkhäuser am Schnatterloch (Marktplatz), Hauptstraße 169–175, 63897 Miltenberg
- Träger
- Museen Miltenberg – eine Einrichtung der Stadt Miltenberg
- Auszeichnung
- Bayerischer Museumspreis 1999 für Konzeption und Präsentation
- Sammlung
- geht auf das 19. Jahrhundert zurück, verteilt auf 44 Räume
- Öffnungszeiten
- 16. März – 31. Oktober Di–So 11–16 Uhr; 1. November – 14. Januar Mi–So 11–16 Uhr; 15. Januar – 15. März geschlossen (Führungen nach Vereinbarung)
- Eintritt
- Erwachsene 8 €, ermäßigt 5 €, Kinder bis 14 Jahre frei, Familienkarte 15 € – ein Ticket gilt für beide Miltenberger Museen (Stadt + Burg)
- Hinweis
- wegen des originalen Fachwerkcharakters nicht alle Stockwerke barrierefrei erreichbar
Das Gebäude
Das Museum ist in drei historischen Fachwerkhäusern am Marktplatz untergebracht, geprägt durch die kunstvollen Renaissance-Erker des „Haus Miltenberg“. Zeitweise bewohnte der Maler Philipp Wirth (1808–1878), der berühmteste Sohn der Stadt, die ehemalige Amtskellerei – das heutige Museumsgebäude. Für seine gelungene Konzeption und Präsentation erhielt das Haus 1999 den Bayerischen Museumspreis.
Von der Römerzeit zur Stadtgeschichte
Die Dauerausstellung folgt dem Leitmotiv „Leben und Arbeiten in einer bürgerlichen Stadt“ und spannt den Bogen von der Steinzeit bis heute. In der römischen Abteilung sind Funde aus der Zeit zu sehen, als der Vordere Limes bei Miltenberg an den Main stieß und dort zum „nassen Limes“ wurde; zwischen etwa 165 und 260 n. Chr. siedelten hier militärische Einheiten und Zivilisten, wovon das ergrabene Altstadt-Kastell zeugt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Miltenberg 1237. Als kurmainzische Stadt an einer wichtigen Handelsstraße erlebte es im 14. und 15. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte – getragen von Weinbau, Steingewinnung sowie Holz- und Holzkohlenhandel. 1367 erhielt die Stadt das Messeprivileg, durfte zeitweise sogar Goldmünzen prägen und war Ende des 14. Jahrhunderts die steuerreichste Stadt im Mainzer Oberstift. Der Übergang an Bayern 1816 wird anhand einer Landwehrkapelle mit originalen Instrumenten des frühen 19. Jahrhunderts aufgearbeitet.
„Glaubens Sache“ – Judaica und Volksfrömmigkeit
Zu den Höhepunkten zählt die Judaica-Abteilung mit dem mittelalterlichen Toragiebel aus der alten Synagoge Miltenbergs – dem ältesten noch erhaltenen Synagogenbau Deutschlands – sowie einem äußerst seltenen Omer-Kalender aus dem 19. Jahrhundert. Eine jüdische Gemeinde ist in Miltenberg bereits Ende des 13. Jahrhunderts nachgewiesen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die religiöse Volkskunde mit Hinterglasbildern, Klosterarbeiten und Devotionalien.
Vom Alltag – Spielzeug, Jagd und Handwerk
Große Studiensammlungen zu Glas und Keramik leiten in den Bereich „Vom Alltag“ über, wo eine rekonstruierte schwarze Küche und ein Waschplatz das historische Stadtleben veranschaulichen. 2006 kam die von Roland Schildhauer über Jahrzehnte zusammengetragene Spielzeugsammlung mit Dampfmaschinen, Eisenbahnen und Baukästen als Stiftung ins Haus; das Ehepaar Lang schenkte eine Sammlung bedeutender Jagdwaffen samt seltener Selbstschussgeräte. In der Gemäldegalerie hängen Werke Miltenberger Künstler wie Rudolf Hirth du Frênes (1846–1916), Mitglied des Leibl-Kreises, sowie Bilder mit Miltenberger Motiven. Dem Maler Philipp Wirth ist ein eigener Raum gewidmet, zwei weitere der Patenstadt Dux (Duchcov) in Böhmen.
Außenstellen
Zum Museum gehören zwei Außenstellen: eine Mikwe – das rituelle Bad der früheren jüdischen Gemeinde – in der Löwengasse sowie ein römischer Töpferofen im Caritas-Altenheim nahe dem Würzburger Tor, der dort bei Bauarbeiten geborgen wurde.
Ihr Besuch
Das Museum liegt zentral am Marktplatz beim Schnatterloch. Der Eintritt gilt als Kombiticket für beide Museen der Stadt: Museum Stadt und Museum Burg Miltenberg. Erwachsene zahlen 8 €, ermäßigt 5 € (u. a. für Jugendliche bis 18, Senior:innen sowie ab 15 Uhr als „Kultur-Happy-Hour“), Kinder bis 14 Jahre frei; es gibt außerdem eine Familienkarte (15 €) und eine Jahreskarte (45 €). Kartenzahlung ist derzeit nicht möglich. Wegen des originalen Fachwerks sind nicht alle Stockwerke stufenlos erreichbar.
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Hauptstraße 171-175
63897 Miltenberg
Öffnungszeiten
Di: 11:00–16:00
Mi: 11:00–16:00
Do: 11:00–16:00
Fr: 11:00–16:00
Sa: 11:00–16:00
So: 11:00–16:00
Das könnte dich auch interessieren – themenverwandt oder in der Nähe
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-07-13)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-13)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-13)
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-13)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-14
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.



