Museum Burg Miltenberg
In der mittelalterlichen Mildenburg über Miltenberg zeigt ein städtisches Museum seit 2011 Ikonen und moderne Kunst im Dialog.
Hoch über Miltenberg thront die Mildenburg – eine Burg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, die seit Juli 2011 das Museum Burg Miltenberg beherbergt. Burg und Museum gehören zusammen, sind aber zwei Dinge: das mittelalterliche Bauwerk selbst und die darin eingerichtete Sammlung.
Auf einen Blick
- Bauzeit der Burg
- Spornburg, wahrscheinlich ab 1144 errichtet
- Ältester Teil
- 27 Meter hoher Bergfried aus Buckelquadern
- Museum seit
- Juli 2011
- Träger
- Stadt Miltenberg (Museen Miltenberg)
- Sammlung
- Ikonen, moderne Kunst und rumänische Hinterglasikonen
- Öffnungszeiten
- 16. März – 31. Oktober, Di–So 11–16 Uhr (Winterpause geschlossen)
- Eintritt
- 8 € (ermäßigt 5 €, Kinder bis 14 Jahre frei) – Kombiticket für beide Miltenberger Museen
- Adresse
- Conradyweg 20, 63897 Miltenberg
Geschichte der Mildenburg
Nach Forschungen von Wolfgang Hartmann wurde die Mildenburg auf einem nördlichen Vorsprung des Greinbergs wahrscheinlich ab 1144 errichtet – im Auftrag König Konrads III. durch Burkard aus dem edelfreien Geschlecht der Herren von Weinsberg. Konrad hatte 1144 die Obervogtei über das Kloster Amorbach übernommen und ließ auf dessen Besitz zwei Burgen bauen: die Mildenburg und die Frohburg, Vorgängerin der Freudenburg. Ihre Namen drücken die Dankbarkeit gegenüber dem König aus und rühmen seine Milde. Auch der Ortsname Miltenberg leitet sich von der Burg ab; er verbindet das mittelhochdeutsche milte (gütig, freigebig) mit bërc (Berg, Burg).
Um 1200, während des Deutschen Thronstreits zwischen Staufern und Welfen, gelangte die Burg vermutlich an den Mainzer Erzbischof Siegfried II. von Eppstein. Als „Miltenburch" ist sie 1248 erstmals als Mainzer Lehen belegt. Über Jahrhunderte sicherte sie die mainzische Machtposition und Zollstelle am südwestlichen Untermain und diente bis ins 18. Jahrhundert als Amtssitz der erzbischöflichen Burggrafen.
Bauwerk und Zerstörungen
Der aus Buckelquadern gemauerte, 27 Meter hohe Bergfried ist der älteste Teil der Anlage. Er steht bewusst an der gefährdetsten Stelle, dem nach Süden ansteigenden Hang. Das heutige Wohngebäude mit hohem Dach und Treppengiebel entstand von 1390 bis 1396 unter dem Mainzer Erzbischof Konrad von Weinsberg.
Die Burg wurde 1525 im Bauernkrieg erobert und 1552 im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört. Erzbischof Daniel Brendel von Homburg (1555–1582) ließ sie teilweise wieder aufbauen. 1803 fiel die Burg an den Fürsten von Leiningen, von 1807 bis 1979 blieb sie in Privatbesitz – unter anderem der Familien von Normann-Loshausen und Bock von Wülfingen. In dieser Zeit erhielt der Burghof seine Gestalt im Stil der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts. 1979 erwarb die Stadt Miltenberg den Gebäudekomplex.
Das Museum heute
Seit Juli 2011 zeigt die sanierte Burg das Museum Burg Miltenberg als Teil der Museen Miltenbergs. Im Zentrum steht die Begegnung von Ikonen und zeitgenössischer Kunst, die bewusst in Verbindung und Kontrast zueinander gesetzt werden. 16 griechische und russische Ikonen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stehen für das menschliche Verlangen, das Transzendente gegenwärtig werden zu lassen.
Ergänzt werden sie durch mehr als 200 Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, die Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen eigens für dieses Haus gestiftet hat. Rund 80 Künstlerinnen und Künstler sind vertreten, darunter Joseph Beuys, Sigmar Polke, Max Pechstein, Ernst Barlach, Michael Triegel und Ben Willikens.
Hinterglasikonen
Ein Schwerpunkt sind über 180 rumänische Hinterglasikonen aus der Sammlung von Dr. Joachim und Marianne Nentwig, in drei Ausstellungsräumen präsentiert – laut Museum die größte Sammlung dieser Art in Deutschland. Anders als die von professionellen Ikonenschreibern nach strengen Vorgaben gefertigten russischen und griechischen Ikonen entstanden diese Bilder im 18. und 19. Jahrhundert durch Laien in Siebenbürgen, dem heutigen Rumänien. Sie waren Massenware, wurden auf Jahrmärkten und von Hausierern verkauft und dienten der privaten Andacht zu Hause, nicht dem sakralen Raum.
Ihr Besuch
Das Museum ist vom 16. März bis 31. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet; von 1. November bis 15. März bleibt es geschlossen und ist nur nach Vereinbarung für Führungen, Workshops und Kindergeburtstage zugänglich. Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 5 € (Jugendliche bis 18, Berufsschüler, Senioren, schwerbehinderte Menschen sowie ab 15 Uhr als „Kultur-Happy-Hour"); Kinder bis 14 Jahre sind frei, die Familienkarte kostet 15 €. Das Ticket gilt zugleich für das Museum Stadt Miltenberg. Kartenzahlung ist derzeit nicht möglich.
Jede Ebene ist per Aufzug erreichbar, eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden. Direkt an der Burg gibt es nur Haltemöglichkeiten zum Absetzen; Parkplätze finden sich am Mainufer oder im Burgweg wenige Gehminuten entfernt. Vom Bahnhof Miltenberg sind es etwa 20 bis 30 Minuten zu Fuß, mit den Buslinien 80, 81, 82, 86 und 88 gelangt man zur Haltestelle Miltenberg Linde.
Karte
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Adresse
Conradyweg 20
63897 Miltenberg
Öffnungszeiten
Di: 10:00–16:00
Mi: 10:00–16:00
Do: 10:00–16:00
Fr: 10:00–16:00
Sa: 10:00–16:00
So: 10:00–16:00
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-13)
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-13)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-14)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-14
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