Schanze "An der Vinnbrück"
Reste einer mittelalterlichen Schanzenanlage an der alten Grenze zwischen Erzstift Köln und Grafschaft Geldern, Schauplatz des Vertrags von Vinnbrück (1284).
Die "Schanze an der Vinnbrück" war keine Brücke, sondern eine mittelalterliche Befestigungs- und Schanzenanlage im Grenzgebiet zwischen dem Krefelder Stadtteil Hüls und dem Kempener Ortsteil Tönisberg. Der Name Vinnbrück (mittelalterlich Vennebrugge bzw. Vennebrucke) bezeichnet den Bereich an der Biegung der heutigen Bundesstraße 9, vor dem Südhang des Tönisberger Mühlenberges am Schaephuysener Höhenzug, in Richtung Aldekerk und Geldern.
Quelle: Offizielle Website
Vertrag von Vinnbrück und Schlacht von Worringen
Hintergrund war der Limburger Erbfolgestreit (1283–1288): König Rudolf I. hatte nach dem frühen Tod seiner Gattin deren limburgisches Lehen auf Lebenszeit an Rainald I. von Geldern übertragen. Der eigentlich erbberechtigte Graf Adolf V. von Berg sah sich übergangen und verbündete sich mit Herzog Johann von Brabant; der Konflikt weitete sich zu einem Kampf gegen den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg aus. Um sich gegenseitiger Unterstützung zu versichern, trafen sich der Erzbischof und der Geldrische Graf mit ihrem Gefolge am 16. August 1284 an der Schanze von Vinnbrück und schlossen dort ihren Vertrag. Vier Jahre später, am 5. Juni 1288, verlor Siegfried von Westerburg mit seinen Bündnispartnern die entscheidende Schlacht von Worringen. Er geriet in Gefangenschaft und wurde auf Schloss Burg an der Wupper gegen hohe Lösegeldforderungen festgesetzt; die Kölner Bürger sagten sich vom Erzbischof los, und nachfolgende Erzbischöfe residierten fortan außerhalb Kölns, unter anderem in Bonn und Brühl. Auch Partner von der Vinnbrück gerieten in Worringen in Gefangenschaft, darunter Ritter Gottfried von Hüls und Graf Dietrich III. von Moers.
Anlage, Überreste und Erinnerungsstätte
Die Schanze wurde nie im ursprünglichen Sinne als landesherrliche Burg fertiggestellt. Ausgrabungen weisen auf eine kleine Holzburg im Inneren hin; gesichert sind ein Berfe (Schutzturm) sowie eine Mühle mit Fischteich. Klimaveränderungen und niedriger Wasserstand ließen den Mühlenbetrieb um 1400 und die Fischzucht um 1550 zum Erliegen kommen. Nach 1600 trockneten die Gräben aus und die Wälle verflachten — heute sind neben dem Flöthbach und dem Landwehrgraben nur noch Spuren und Bodendellen der Anlage im Gelände zu erkennen. Südlich grenzt die Bauerschaft Orbroich an, nördlich gehört das Gebiet zu Tönisberg. An das historische Treffen erinnert ein vom Tönisberger Künstler Lutz Weynans gestaltetes Gedenkhäuschen aus Feldbacksteinen mit einem Keramikrelief der Vertragsszene, das an einem Stichweg zur B9 auf Tönisberger Gebiet steht. Das Relief zeigt Erzbischof Siegfried von Westerburg (schwarzes Kreuz auf weißem Grund), Graf Rainald von Geldern (goldener Löwe mit roten Krallen auf blauem Grund), Ritter Gottfried von Hüls (rote Seerose auf weißem Grund) und Graf Dietrich III. von Moers (schwarzer Querbalken auf goldenem Grund), im Hintergrund die Silhouette der Tönisberger Höhen mit den Zelten der Schanze.
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-06)
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-06)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-08
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