Stolpersteine in Kempen
Über das gesamte Stadtgebiet verteilt erinnern kleine Messingtafeln im Pflaster an Kempener Bürgerinnen und Bürger, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Sie sind Teil des europaweiten Gedenkprojekts von Gunter Demnig.
In Kempen liegen an vielen Stellen des öffentlichen Straßenraums Stolpersteine – kleine, in den Boden eingelassene Messingtafeln, die an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnern. Sie führen das Gedenken dorthin zurück, wo die Menschen einst lebten, mitten in den Alltag der Stadt.
Auf einen Blick
- Art
- Dezentrales Gedenkprojekt im öffentlichen Straßenraum
- Künstler
- Gunter Demnig (Projekt seit 1992)
- Anzahl in Kempen
- mindestens 84 Steine (Stand der Wikipedia-Liste)
- Ortsteile
- Kempen (Innenstadt) und St. Hubert
- Erste Verlegung
- 15. Dezember 2015
- Verlegetermine
- mindestens 8 zwischen 2015 und 2022
- Zugang
- frei zugänglich, keine Öffnungszeiten, kein Eintritt
- Initiative vor Ort
- PROJEKT STOLPERSTEINE (Kempen)
Das Projekt
Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt des Künstlers Gunter Demnig, das 1992 in Köln begann – der erste Stein wurde am 16. Dezember 1992 vor dem Historischen Kölner Rathaus verlegt. Jeder Stein besteht aus einer quadratischen Messingtafel von 96 × 96 Millimetern, die auf einem 100 Millimeter hohen Betonwürfel sitzt und niveaugleich ins Straßenpflaster eingelassen wird. Die Buchstaben werden von Hand geschlagen. In der Regel liegt ein Stein vor dem letzten frei gewählten Wohnhaus eines Menschen, der während der NS-Zeit verfolgt, deportiert, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurde.
Inzwischen wurden Stolpersteine in Deutschland und 31 weiteren europäischen Ländern verlegt; sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Am 26. Mai 2023 verlegte Demnig in Nürnberg den 100.000. Stolperstein.
Die Verlegungen in Kempen
Die ersten Kempener Stolpersteine wurden am 15. Dezember 2015 verlegt. In den Folgejahren kamen bei mindestens acht Terminen weitere hinzu – unter anderem am 24. November 2016, 18. Dezember 2017, 29. Mai 2018, 27. Mai 2019, 22. Juni 2020, 17. Juni 2021 und 9. Juni 2022. Bislang sind auf diese Weise mindestens 84 Steine entstanden, verteilt auf die Innenstadt von Kempen und den Ortsteil St. Hubert.
Gewidmet sind sie einzelnen Personen und ganzen Familien der Stadt, darunter die Familien Mendel, Hirsch, Bruch, Goldschmidt, Winter, Rath, Servos und Lambertz. Alle Namen, Inschriften, Adressen und Fotos der einzelnen Steine sind im Wikipedia-Artikel „Liste der Stolpersteine in Kempen“ dokumentiert.
Die Initiative vor Ort
Die Verlegungen in Kempen gehen auf die lokale Initiative „PROJEKT STOLPERSTEINE (Kempen)“ zurück (stolpersteine-kempen.de). Grundlage der historischen Aufarbeitung ist unter anderem die Forschung von Hans Kaiser, dessen Buch „Kempen unterm Hakenkreuz – Eine niederrheinische Kreisstadt im Nationalsozialismus“ in der Schriftenreihe des Kreises Viersen (Bände 49,1 und 49,2) erschienen ist.
Besuch
Die Steine liegen frei zugänglich im öffentlichen Straßenraum, über die Stadt verteilt. Es gibt keine Öffnungszeiten und keinen Eintritt. Wer die Orte gezielt aufsuchen möchte, findet die vollständige Übersicht mit allen Standorten in der oben genannten Wikipedia-Liste.
Galerie
Karte
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Adresse
Engerstraße (u.v.a.)
47906 Kempen
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-12)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-12)
- rp-online.de (abgerufen 2026-07-12)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-12
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