Bahnhof Kempen (Niederrhein)
Station an der linksniederrheinischen Strecke nordöstlich der Altstadt – im Empfangsgebäude sitzt der von einem Verein geführte Kulturbahnhof KuBa.
Die Station der Stadt Kempen am Niederrhein liegt an der linksniederrheinischen Strecke, unmittelbar nordöstlich der Altstadt.
Auf einen Blick
- Art
- Station an der linksniederrheinischen Strecke
- Lage
- unmittelbar nordöstlich der Kempener Altstadt
- Gleise
- zwei, abschnittsweise drei; zwei Seitenbahnsteige
- Zugang
- ebenerdig, Bahnsteige per Treppe und Rampe, barrierefrei
- Anschluss
- westlich gelegener Busbahnhof, Park-and-Ride, Fahrradabstellanlagen
- Betreiber SPNV
- RheinRuhrBahn (seit 1. September 2022)
Empfangsgebäude und Umgebung
Das Gebäude teilt sich in drei Zonen: rechts der von einem Verein geführte Kulturbahnhof KuBa, mittig eine für alle zugängliche Wartehalle, links ein Kiosk. Unter den Gleisen verläuft eine breit angelegte Unterführung, die nach Westen zu einer Freitreppe wird und in eine Fläche aus Stein und Grün eingebettet ist. In östlicher Richtung mündet die Überführung in den Arnoldplatz, von dem aus das Finanzamt der Stadt Kempen erreichbar ist.
Geschichte der Strecken
Einst mündeten hier drei zusätzliche Strecken, die inzwischen nicht mehr in Betrieb sind. Zwischen 1902 und 1931 fuhr die meterspurige Geldernsche Kreisbahn von Kempen über Wachtendonk und Straelen bis Kevelaer. Die 1867 eröffnete Bahnstrecke Kempen–Venlo bestand mehr als 100 Jahre. Die Krefelder Eisenbahn-Gesellschaft war ab 1872 vor Ort; der Personenverkehr endete 1949 Richtung Oedt und 1951 Richtung Hüls, der Güterverkehr nach Oedt 1985 und der Restverkehr nach Schauteshütte 1981.
Historische Gleisanlagen
Die normalspurige Krefelder Eisenbahn lag im Osten des Bahnhofs, östlich des Güterschuppens. Dort gab es ein eigenes Stationsgebäude mit Bahnsteig, eine Ladestraße und zwei Anschlussgleise; die Übergabe zur Staatsbahn erfolgte im Norden. Der Bahnhof der meterspurigen Geldernschen Kreisbahn befand sich nördlich des Empfangsgebäudes an der Kleinbahnstraße, deren Verlauf dem früheren Streckenverlauf entspricht. Die Gleise endeten stumpf; vorhanden waren ein Bahnsteiggleis, eine Ladestraße mit Brückenwaage, ein Umladegleis zur Normalspur, mehrere Abstellgleise sowie ein kleines Stationsgebäude mit Güterschuppen.
Ausstattung
Gleis 1 besitzt eine teilweise Überdachung, an Gleis 2 stehen Wetterschutzhäuschen; im vierten Quartal 2020 kamen weitere Unterstände hinzu. Toiletten sind im Empfangsgebäude untergebracht, Fahrradabstellanlagen stehen an sämtlichen Ausgängen bereit, am Anschluss von Gleis 2 gibt es kostenfreie Park-and-Ride-Stellplätze.
Fahrgastinformation
Früher informierten Dynamische Schriftanzeiger die Reisenden rund 15 Minuten vor Einfahrt eines Zuges über eine Laufschrift, auch über Abweichungen vom Fahrplan, ergänzt durch automatisch erzeugte Ansagen. Ein für Februar 2021 vorgesehener Probebetrieb neuer Anzeiger der Deutschen Bahn wurde wegen der Corona-Pandemie und noch ausstehender Zertifizierungen auf unbestimmte Zeit verschoben. Im zweiten Quartal 2022 gingen an beiden Bahnsteigen neue Anlagen in Betrieb: Dynamische Schriftanzeiger (DSA+) sowie digitale Informationsvitrinen, die Abfahrten in Echtzeit und Busanschlüsse mit Steignummern anzeigen.
Ausbau
Im dritten Quartal 2022 erneuerte die Deutsche Bahn die Gleisanlagen; der gesamte Oberbau wurde innerhalb eines Monats ausgetauscht. Anschließend sollte bis Ende November 2022 im Rahmen des Schnellläuferprogramms die Leit- und Sicherungstechnik erneuert werden. Die Strecke am Bahnhof erhält neue digitale Stellwerke samt neuer Außenanlagen. Dadurch ergeben sich zusätzliche Fahrmöglichkeiten, etwa signalgebundener Gleiswechselbetrieb zwischen Geldern und Krefeld Hbf; die Infrastrukturkapazität soll steigen und infrastrukturbedingte Verspätungen sollen seltener werden.
Verkehr
Für den Schienenpersonennahverkehr ist seit 1. September 2022 die RheinRuhrBahn zuständig, die Dieseltriebwagen des Typs LINT 41 in Einzel- bis Dreifachtraktion einsetzt. Etliche Buslinien binden die Station meist stündlich an Stadtteile und benachbarte Gemeinden an; es gelten der VRR-Tarif und der NRW-Tarif. Nach einer inzwischen als veraltet gekennzeichneten Planung sollte ab dem Fahrplanwechsel 2027 ergänzend montags bis freitags die Linie RB37 (Niers-Erft-Bahn) im 60-Minuten-Takt verkehren, in Stoßzeiten alle 30 Minuten. Diese sollte gemeinsam mit der RE10 mit Akkutriebwagen des Typs CAF CIVITY BEMU betrieben werden; deren Einsatz in Mehrfachtraktion macht einen Ausbau aller Bahnsteige nötig.
Güterverkehr
Die im Osten einst ausgedehnten Gleisanlagen wurden abgebaut und überbaut. Im Norden sind weiterhin ein östliches Ausweichgleis und ein Gleisanschluss vorhanden. Das Kempener Chemieunternehmen Chemie Wall erhält mehrmals pro Woche eine Zustellung per Güterzug.
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Quellen & Links
- Offizielle Website
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-15)
- Wikidata (abgerufen 2026-07-06)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-06, rev 256432079)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06
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