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© Fritz Geller-Grimm supported by Rüdiger Wandke · CC BY-SA 3.0

Mildenburg

Spornburg des 12. Jahrhunderts über Miltenberg, deren Name auf den Staufer Konrad III. und die „Treuen Weiber von Weinsberg“ zurückgeht.

Die Mildenburg ist eine Spornburg aus der Mitte des 12. Jahrhunderts auf einem nördlichen Vorsprung des Greinbergs oberhalb von Miltenberg. Ihr Name ging später auf den Ort über.

Auf einen Blick

Art
Spornburg, ursprünglich staufisch, später mainzisch
Lage
über der Kreisstadt Miltenberg, Landkreis Miltenberg, Unterfranken (Bayern)
Entstehung
Mitte des 12. Jahrhunderts
Bergfried
aus Buckelquadern, 27 Meter hoch, ältester Teil der Anlage
Wohngebäude
1390 bis 1396, mit hohem Dach und Treppengiebel
Heutige Nutzung
Museum Burg Miltenberg seit Juli 2011

Name und Ursprung

Der Name Mildenburg geht auf die mittelhochdeutschen Wörter „milte“ (gütig, freigebig) und „bërc“ (Berg oder Burg) zurück. Er sollte die Eigenschaften der Burg und ihres Herrn kennzeichnen.

© Matthäus Merian · Public domain

Staufische Gründung

Nach den Forschungen von Wolfgang Hartmann ließ König Konrad III. die Burg wahrscheinlich ab 1144 durch Burkard von Weinsberg errichten. Hintergrund war die Schlacht von Weinsberg 1140, aus der die Begebenheit der „Treuen Weiber von Weinsberg“ hervorging: Die Frauen trugen ihre Männer aus der kapitulierenden Burg und retteten sie so vor der Hinrichtung. Konrad hielt sein Versprechen und ließ sie ziehen. Wenige Jahre später beauftragte er Burkard und dessen Bruder Rupert mit dem Bau zweier Burgen auf Besitz des Klosters Amorbach: der Mildenburg und der Frohburg, der Vorgängerin der als „Räuberschlösschen“ bekannten Freudenburg. Die Namen drücken den Dank gegenüber Konrad aus.

© Roland Geider ( Ogre ) · Public domain

Bauten der Anlage

Der aus Buckelquadern errichtete Bergfried ist der älteste Teil der Anlage. Er steht an der meistgefährdeten Stelle, dem gegen Süden ansteigenden Hang. Das Wohngebäude mit hohem Dach und Treppengiebel entstand von 1390 bis 1396 unter dem Mainzer Erzbischof Konrad von Weinsberg. Im Lauf der Zeit wurde die Burg mehrfach erweitert.

© Unknown author Unknown author · CC BY-SA 3.0 de

Mainzer Zeit

Wahrscheinlich um 1200 gelangte die Burg während des Deutschen Thronstreits zwischen Staufern und Welfen an den Mainzer Erzbischof Siegfried II. von Eppstein. 1226 urkundete er in „Miltinberg“; 1248 ist die „Miltenburch“ erstmals namentlich als Mainzer Lehensbesitz der Dürn belegt. Die Burg sicherte die mainzische Machtposition und Zollstelle am südwestlichen Untermain und diente bis ins 18. Jahrhundert als Amtssitz der Mainzer Burggrafen im Amt Miltenberg. 1525 wurde sie im Bauernkrieg erobert, 1552 im Zweiten Markgrafenkrieg zerstört und danach unter Erzbischof Daniel Brendel von Homburg teilweise wieder aufgebaut.

© Unknown author Unknown author · CC BY-SA 3.0 de

Besitzwechsel und Umgestaltung

1803 fiel die Burg an den Fürsten von Leiningen, von 1807 bis 1979 war sie in Privatbesitz. Zu den Eigentümern zählten Friedrich Gustav Habel (1858–1867) und Wilhelm Conrady (1867–1903); 1908 kam sie durch Kauf an die Familie von Normann-Loshausen. Von 1943 bis 1979 gehörte sie deren Erben, der Familie Bock von Wülfingen, ehe die Stadt Miltenberg den Gebäudekomplex erwarb. In dieser Zeit wurde der Burghof im Stil der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts angelegt; die Innenräume wurden umfangreich umgebaut und modernisiert.

© Unknown author Unknown author · CC BY-SA 3.0 de

Museum Burg Miltenberg

Seit Juli 2011 beherbergt die sanierte Burg das Museum Burg Miltenberg als Teil der Museen Miltenbergs. Gezeigt werden rund 170 Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts (Sammlung Jürgen Lenssen), russische und griechische Ikonen des 16. bis 19. Jahrhunderts (Sammlung der Diözese Würzburg) sowie über 180 rumänische Hinterglasikonen (Sammlung Joachim und Marianne Nentwig).

© Karsten Kilian · CC BY-SA 3.0

Persönlichkeiten

Auf der Burg verstarb Ferdinand Bock von Wülfingen (1883–1956), Generalleutnant.

© Rosenzweig · CC BY-SA 3.0

Galerie

© Pascal Reusch · CC BY 3.0 · Commons
© Pascal Reusch · CC BY 3.0 · Commons
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© Uta Gabriele Sperling · CC BY-SA 3.0 · Commons
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13

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