Synagoge
Ehemalige Synagoge in Miltenberg, deren Kuppelbau 1938 bis auf den Kellersockel zerstört wurde – heute Baudenkmal.
Der Bau an der Mainstraße 57 war die dritte Synagoge der jüdischen Gemeinde Miltenberg und entstand 1903–1904. Nach dem Wiederaufbau diente das Gebäude zunächst Büro-, später Wohnzwecken.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Art
- Profanierte (ehemalige) Synagoge, die dritte der jüdischen Gemeinde Miltenberg
- Lage
- Mainstraße 57, Miltenberg (Unterfranken, Bayern)
- Bauzeit
- 1903–1904
- Status
- Baudenkmal unter Denkmalschutz
- Besonderheit
- 1938 zerstörter Kuppelbau, danach für Büro- und Wohnzwecke umgebaut
Geschichte
Die Überlegungen für einen Neubau reichten bis in die 1880er Jahre zurück. 1889 gründete sich ein Synagogen- und Schulhausbau-Verein, zu dessen Spendern Wilhelm Klingenstein zählte. Mit der Planung wurde 1902 Stadtbaumeister Ludwig Frosch betraut. Nach der Genehmigung im März 1903 begannen die Arbeiten, mussten wegen abweichender Ausführung jedoch gestoppt werden. Nach nachgeholter Grundsteinlegung wurde ab dem 17. Juni 1903 weitergebaut; Bauleiter blieb Ludwig Frosch. Die Einweihung fand vom 26. bis 28. August 1904 statt.
Architektur
Als Co-Architekt kam Ludwig Hofmann aus Herborn hinzu und plante um; er hatte in Miltenberg zuvor bereits die evangelische Johanneskirche (1895–1897), das Schulhaus und die Villa von Gustav Jacob errichtet. Der zweigeschossige Bau aus Sandsteinquader-Mauerwerk trägt ein Mansardwalmdach. Ein überhöhter Mittelrisalit mit flachem Pyramidendach prägt die Gestaltung im Stil des Historismus.
Beschreibung von 1910
Eine zeitgenössische Beschreibung aus dem Jahr 1910 nennt einen hohen Kuppelbau mit einem geräumigen Tempel und einer Empore für Frauen sowie ein daneben liegendes zweistöckiges Schulgebäude mit einem Schulzimmer und einer Dienstwohnung für den Lehrer. Im Unterraum befanden sich Holzmagazin, Waschküche und der ehemalige Fischerbrunnen; zudem war vorgesehen, dort bei Bedarf später ein rituelles Bad einzurichten.
Zerstörung und heutige Nutzung
Während der Novemberpogrome 1938 wurde der überkuppelte Sakralraum bis auf den Kellersockel zerstört. In den folgenden Jahren baute man das Gebäude für Bürozwecke wieder auf; genutzt wurde es unter anderem durch Landpolizei und Arbeitsamt. Nach dem Verkauf an einen Privatmann im Jahr 1967 erfolgte der Umbau zu Wohnzwecken.
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