St. Antonius (Tönisberg)
Neugotische Backsteinkirche von 1894 mit einbezogenem, auf 47 Meter erhöhtem Westturm der Vorgängerkirche.
St. Antonius ist eine römisch-katholische Kirche im Kempener Stadtteil Tönisberg im niederrheinischen Kreis Viersen. Die neugotische Backsteinkirche steht als Baudenkmal unter Schutz.
Auf einen Blick
- Art
- Römisch-katholische Kirche, neugotischer Backstein
- Lage
- Stadtteil Tönisberg, Kreis Viersen
- Baujahr
- 1894
- Status
- Baudenkmal
- Turm
- 47 m hoher Westturm, aus der Vorgängerkirche übernommen
- Besonderheit
- Chorfenster zum Leben des heiligen Antonius nach Entwürfen von Friedrich Stummel
Kapelle und Vorgängerbau
Am Ryckendael bestand bereits im frühen 14. Jahrhundert eine Kapelle namens „Sanct Antonius am Berghe“, von der der Ort später seinen Namen erhielt. Sie besaß Altäre zu Ehren des heiligen Antonius und des heiligen Cornelius. Herzog Arnold von Geldern schenkte 1439 sechzig Morgen Land zum Unterhalt eines Geistlichen. Die Kapelle diente im 19. Jahrhundert als Leichenhalle, bis sie 1888 abbrannte. Nach Gründung der Pfarre begann 1537 ein 30 Meter langer und 7 Meter breiter Kirchenbau, dessen Fertigstellung unklar ist. Er erhielt 1662 einen barocken Hochaltar zur Himmelfahrt Christi sowie zwei Seitenaltäre für die Heilige Anna und die unbefleckte Gottesmutter. In der Kirche lagen Grabplatten der Geistlichen und Grüfte örtlicher Adelsfamilien, die zudem eigene Kirchenbänke besaßen.
Neubau
Der 1891 eingesetzte Pfarrer Heinrich Laakmann trieb den Neubau voran, für den die alte Kirche 1893 unter den Baumeistern Bernhard und Johann Laakmann weitgehend abgebrochen wurde. Nur der Turm blieb als vorgesetzter Westturm erhalten, auf 47 Meter erhöht und dem Langhaus durch neue Umklinkerung angeglichen. Die Grundsteinlegung im April 1894 erfolgte im Chorbereich auf dem Gebiet des bisherigen Friedhofs, und bereits im Dezember konnte die Kirche bezogen werden. Der Bau misst 31,5 Meter in der Länge bei Breiten von 12,1 Metern im Langhaus, 18,1 Metern im Querschiff und 9,5 Metern im Chor sowie einer Innenhöhe von 11,5 Metern unter dem Kreuzrippengewölbe. Die alte Orgel und das Kirchengestühl wurden vorläufig weiterverwendet. Bischof Hermann Jakob Dingelstad weihte den Bau am 17. Juli 1898.
Ausstattung
Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils gestaltete Pfarrer Wiegels den Raum um: Karl Franke schuf den zur Gemeinde hin ausgerichteten Bronzealtar mit Szenen der Ostergeschichte samt Ambo und Tabernakel. Das Retabel des Hochaltars kam an die Chorrückwand, der Hochaltar wurde bis 2005 saniert und wird vom Chorgestühl eingerahmt; die alte Kanzel wurde entfernt. Die Ausmalung von 1919 stammt vom Tönisberger Kirchenmaler Karl Heil und wurde bei der Restaurierung 1982 bis 1991 größtenteils freigelegt. Die drei figürlichen Chorfenster von 1898/99 zeigen das Leben des heiligen Antonius nach Entwürfen von Friedrich Stummel aus der Glasmalerei Wilhelm Derix; die beiden seitlichen Chorfenster aus der Werkstatt Peter van Treek sind abstrakt in Rot und Blau gehalten. Der Taufstein aus rosa Marmor war ein Geschenk des Bischofs von Roermond zur ersten Kirchweihe, sein bronzener Deckel von 1968 zeigt eine Arche mit Wellen zu Tier- und Pflanzenwelt.
Glocken und Außenbereich
Die großen Stahlglocken goss 1952 der Bochumer Verein, nachdem die Vorgänger in den Kriegen eingeschmolzen worden waren; die Glocke im Dachreiter stammt von 1756 aus der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher. An der Außenseite des Chorraums sind ein denkmalgeschütztes Missionskreuz und zwei alte Grabsteine angebracht. 1989 wurde dort ein Terrakotta-Korpus einer Christusdarstellung aus dem 18. Jahrhundert gefunden, der heute im Sakralmuseum in der Paterskirche Kempen gezeigt wird.
Orgel
Die Orgel aus der Werkstatt Fabritius und Brehm in Kaiserswerth stammt von 1927 und umfasst 17 Register. Der Spieltisch verfügt über zwei Manuale, Pedal und Schwellwerk; die Orgel wird rein pneumatisch mit einem Windmotor betrieben.
Gemeinde
Die Pfarre entstand 1529 im Erzbistum Köln durch Abpfarrung von St. Peter und Paul in Aldekerk. 1559 kam sie zum Bistum Roermond, 1802 zum Bistum Aachen und 1821/1825 zum Bistum Münster, bei dem sie nach erfolgreichen Protesten als einziger Ort des Kreises Kempen-Krefeld verblieb. 2012 wurde St. Antonius mit St. Hubertus Schaephuysen und St. Nikolaus Rheurdt zur Pfarre St. Martin zusammengelegt und dadurch zur Filialkirche.
Galerie
Karte
Blaue Punkte: andere Orte in der Nähe – zum Stöbern antippen.
Adresse
Dr.-Laakmann-Gasse 1
47906 Kempen
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
Kommentare
- Lade Kommentare…
Quellen & Links
- Offizielle Website
- Wikidata (abgerufen 2026-07-06)
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-06, rev 247922360)
- Offizielle Website (abgerufen 2026-07-06)
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-06)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06
Wie diese Seite entsteht
Diese Seite stützt sich auf offene Quellen — Wikipedia, Wikidata, offizielle Webseiten und offene Daten der Stadt. Jede Angabe wird gegen die hier verlinkten Quellen geprüft, und die Seiten werden regelmäßig aktualisiert.
Trotzdem einen Fehler entdeckt? Sag uns unten Bescheid — wir lesen jede Einsendung.



