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© NiederRainer · CC BY-SA 3.0

St. Hubertus (St. Hubert)

Neugotische Backsteinkirche in Kempen-St. Hubert mit gotischem Turm von 1524 und einer laut Orgelexperten als Klangdenkmal erhaltenen Klais-Orgel.

Im Kempener Stadtteil St. Hubert (Kreis Viersen, Nordrhein-Westfalen) steht die römisch-katholische Pfarrkirche St. Hubertus unter dem Patronat des hl. Hubertus von Lüttich.

Auf einen Blick

Art
Römisch-katholische Pfarrkirche
Lage
Stadtteil St. Hubert von Kempen (Kreis Viersen, NRW)
Bauzeit
1846 bis 1850, angebaut an einen Turm von 1524
Stil
Dreischiffige, fünfjochige Hallenkirche aus Backstein in Neugotik
Denkmal
Nummer 16 der Liste der Baudenkmäler in Kempen
Orgel
Klais-Orgel von 1930 (Opus 760)

Geschichte

Für das Jahr 1447 ist ein eigenes Gotteshaus in St. Hubert erstmals urkundlich belegt; die Kapelle unterstand der Pfarre St. Mariä Geburt Kempen. Ab 1450 durfte an einzelnen Werktagen die Messe gefeiert werden, seit 1520 auch sonntags. 1524 erhielt die Kapelle einen neuen Glockenturm, der bis heute besteht. Am 1. Oktober 1790 erhob der Kölner Erzbischof Maximilian Franz von Österreich den Ort zur selbstständigen Pfarrei, womit die Kapelle zur Pfarrkirche wurde.

© Rudolfo42 · CC BY-SA 3.0

Bau der heutigen Kirche

Weil das mittelalterliche Bauwerk Mitte des 19. Jahrhunderts zu klein geworden war, wurde das Kirchenschiff bis auf den Turm von 1524 abgerissen. Der Grundstein für den Neubau wurde am 2. Juni 1846 gelegt, die Einweihung fand am 8. Dezember 1850 statt. Die Pläne stammten von Kreisbaumeister Lüdke aus Kempen; der Krefelder Stadtbaumeister Heinrich Johann Freyse leitete den Bau und nahm dabei wahrscheinlich noch Anpassungen an den Plänen vor. Von 1900 bis 1902 wurde der gotische Turm nach Entwürfen von Caspar Clemens Pickel und Wilhelm Pauen aus Düsseldorf um ein Geschoss erhöht.

© Käthe und Bernd Limburg, www.limburg-bernd.de · CC BY-SA 3.0 de

Orgeln

Schon vor 1793 gab es ein Instrument: Der Vertrag zur Titz-Orgel von 1793, gebaut von Johann Heinrich Titz aus Grefrath, erwähnt die Wiederverwendung eines älteren „Orgelkastens“. 1830/31 folgte ein Neubau der Firma Nolting & Sohn aus Emmerich, der nach dem Kirchenneubau übertragen wurde; 1895 ergänzte der Kempener Orgelbauer Chrysanth Henseler ein zweites Manual mit zwei Registern. 1917 verlor dieses Instrument seine Prospektpfeifen als Metallspende und wurde 1930 abgebaut.

Die heutige Klais-Orgel geht auf ein Geschenk der Pfarre an Pfarrer Theodor Bers zum 80. Geburtstag zurück: Ein Entwurf von Franz-Josef Wagner-Cochem mit 28 Registern galt als zu teuer, Studienrat Josef Heinrichs kürzte ihn auf 16 Register, worauf die Genehmigungsbehörde in Münster zwei weitere Register verlangte, die Bers selbst bezahlte. Die von Johannes Klais gebaute Orgel (Opus 760) wurde am 23. November 1930 eingeweiht. Bei und nach Kriegsende 1945 litt das Instrument unter zerstörten Kirchenfenstern, eindringender Feuchtigkeit und schwankenden Temperaturen, zeitweise blieb die Wartung aus. Einen um 1980 geplanten Neubau verhinderte der Aachener Orgelreferent Viktor Scholz, der die pneumatischen Kegelladen als erhaltenswertes Klangdenkmal einstufte. Bei der 1982 durch die Firma Weimbs abgeschlossenen Restaurierung wurde das Pedal um ein Cantus-firmus-Register ergänzt; 2018 folgte eine weitere Restaurierung durch Verschueren Orgelbouw.

© Käthe und Bernd Limburg, www.limburg-bernd.de · CC BY-SA 3.0 de

Weimbs-Positiv

Während der Restaurierung stellte die Firma Weimbs ein Truhenpositiv bereit, damit die Gottesdienste weiter begleitet werden konnten. Die Pfarre kaufte das Instrument an und stellte es in der Krypta auf; es dient auch als Continuo-Instrument bei kirchenmusikalischen Veranstaltungen.

© NiederRainer · CC BY-SA 3.0

Pfarrer

Seit der Erhebung zur eigenständigen Pfarrei wirkten unter anderem Peter Joseph Houfen (1790–1804), Johann Joseph Constantin Holzwarth (1804–1807), Sigbert Wollersheim (1807–1811), Cornelius Nolden (1811–1821), Mathaeus Langens (1821–1836), Anton Hochkirchen (1836–1880), Albert Stevens (1888–1894), Theodor Bers (1894–1931), Johannes Dickerboom (1931–1940), Heinrich Michels (1940–1950), Gerhard Ingenkamp (1951–1972) und Hermann-Josef Ortens (1972–2000). Seit 2003 ist Thomas Eicker Pfarrer.

© Rudolfo42 · CC BY-SA 3.0

Pfarrgebiet

Neben St. Hubert gehören Voesch, Bell, Degelsheide und Escheln zur Pfarre, ebenso Teile von Grevenhütte, Königshütte, Scheifeshütte und Schuteshütte.

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Galerie

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47906 Kempen

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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-06

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