Grabenanlage „Schanze“
Ein bodendenkmalgeschütztes Wall-Graben-System im Kempener Ortsteil Schmalbroich, das im Gelände noch als Relief einer alten Befestigung ablesbar ist.
Etwas abseits nahe dem Boxweg in Schmalbroich liegt die Grabenanlage „Schanze“ – eine archäologische Fundstätte, die als amtliches Bodendenkmal der Stadt Kempen geschützt ist. Wer genau hinschaut, erkennt im Gelände noch das Relief einer historischen Wehranlage aus Wall und Graben.
Quelle: openstreetmap.org
Auf einen Blick
- Ort
- Schmalbroich, Nähe Boxweg, 47906 Kempen
- Art
- Archäologische Fundstätte – Grabenanlage („Schanze“)
- Status
- Bodendenkmal der Stadt Kempen, Denkmalnummer 6 (Teil B)
- Eingetragen
- 6. Oktober 1992
- Bauzeit
- nicht überliefert (in der Denkmalliste nicht angegeben)
- Im Gelände
- als Wall- und Grabenrelief erkennbar
Geschichte und Einordnung
Als „Schanze“ bezeichnet man allgemein eine kleine, meist erdgedeckte Befestigung aus Wall und Graben, wie sie zur Verteidigung oder zur Sicherung von Grenzen angelegt wurde. Wann diese Anlage entstand, ist nicht überliefert – das entsprechende Feld der amtlichen Denkmalliste bleibt leer. Einordnen lässt sie sich dennoch: Der Niederrhein war reich an mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wehranlagen, man denke an die Landwehr und die Schanze an der Vinnbrück in Kempen. In welchen Zusammenhang die Schmalbroicher „Schanze“ konkret gehört, ist damit aber nicht bewiesen; die Datierung bleibt offen.
Wie dicht solche Grabenanlagen hier einmal lagen, zeigt die Nachbarschaft: In Schmalbroich stehen auch die Grabenanlage des Gleumes-Hofes, die Grabenanlage des Bollwerk-Hofes und ein Landwehrteilstück am Kleinheierweg unter Bodendenkmalschutz. Die „Schanze“ ist damit ein Puzzlestück einer ganzen Landschaft historischer Wall-Graben-Systeme – und ein stiller Ort, an dem sich Geschichte im Boden abzeichnet.
Der Boxweg nebenan
Der Weg, der heute an der Fundstätte vorbeiführt, trägt seine eigene Geschichte in sich. Der Boxweg im Kempener Außenbereich ist nach dem gleichnamigen Boxhof benannt; seinen heutigen Namen erhielt er im Rahmen einer flächendeckenden Umbenennung, die am 1. Juli 2003 in Kraft trat. Zuvor gehörte der Weg zum früheren Bereich „Wall“ – eine Bezeichnung, die gut zur Wall-Graben-Landschaft der Schanze passt.
Der Hof selbst gab dem Weg über die Familie seinen Namen: Bis Ende des 18. Jahrhunderts hieß die dort wirtschaftende Familie Box. Seit 1794 ist der Boxhof im Besitz der Familie Gleumes. Auffällig ist die Namensnähe zur benachbarten „Grabenanlage des Gleumeshofes“, die ebenfalls als Bodendenkmal in Schmalbroich geschützt ist – ob beide zum selben Hofbesitz gehören, liegt nahe, ist aber nicht belegt und bleibt eine Vermutung.
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Quellen & Links
- openstreetmap.org (abgerufen 2026-07-06)
- kempen.de (abgerufen 2026-07-28)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-28
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