Miltenberg Hbf
Ab 1876 der erste Bahnhof Miltenbergs – ein Kopfbahnhof, dessen Lage den Durchgangsverkehr zur Spitzkehre zwang; heute ein Gewerbegebiet.
Miltenberg Hbf war ab 1876 der erste Bahnhof der bayerischen Stadt Miltenberg. Als Kopfbahnhof behinderte er dauerhaft den Betrieb und wurde 1977 im Personenverkehr durch den Bahnhof Miltenberg Nord am rechten Mainufer abgelöst.
Quelle: Wikipedia
Auf einen Blick
- Frühere Art
- Kopfbahnhof, ab 1977 Güterbahnhof
- Heute
- Gewerbegebiet mit Geschäften und Gastronomie (seit 2007)
- Eröffnung
- 12. November 1876
- Lage
- enge Tallage am linken Mainufer, nahe der Altstadt
- Erste Strecke
- Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg
- Personenverkehr endete
- 22. Mai 1977
- Güterverkehr endete
- 20. Dezember 2001
- Empfangsgebäude
- Kulturdenkmal nach bayerischem Recht
Das kannst du hier erleben
Geschichte und Lage
Die Streckenführung der Ludwigs-West-Bahn ließ Miltenberg zunächst abseits liegen. Der Standort am linken Mainufer wurde bewusst so gewählt, dass eine Verlängerung mainaufwärts Richtung Wertheim nicht und eine Weiterführung nach Amorbach–Seckach nur mit Fahrtrichtungswechsel möglich war. Damit verzichtete die bayerische Politik auf überregionale Bedeutung des Bahnhofs.
Der Betrieb als Spitzkehre
1880 kam eine zweite Strecke nach Amorbach hinzu, ab 1899 war Seckach erreichbar. 1906 eröffnete die Lokalbahn nach Stadtprozelten; da das linke Mainufer teilweise badisches Gebiet war, verlief sie vollständig am rechten Mainufer. Durchgehende Züge zwischen Wertheim und Aschaffenburg mussten in Miltenberg Nord halten, ein Stück Richtung Aschaffenburg fahren, in den Bahnhof zurücksetzen und nach erneutem Richtungswechsel weiterfahren – ein Betrieb wie durch eine Spitzkehre. 1912 folgte der Anschluss an die Bahnstrecke Lauda–Wertheim.
Ablösung in zwei Bauabschnitten
Durchgehende Eilzüge machten die betrieblichen Zustände ab den 1950er Jahren untragbar. Die Deutsche Bundesbahn entschied sich für die „große Lösung“, die Verlegung aller Anlagen zum rechtsmainischen Miltenberg Nord, statt der „kleinen Lösung“, die nur den Halt der Personenzüge und die Güterabfertigung verlegt hätte. Im März 1972 gab sie 1,45 Mio. DM für einen ersten Bauabschnitt frei: Miltenberg Nord wurde ausgebaut, ab dem Sommerfahrplan 1972 waren einzelne durchgehende Zugfahrten möglich. 1975 folgte der zweite Bauabschnitt mit neuem Empfangsgebäude, neuer Güterabfertigung und neuen Bahnsteigen mit Unterführung. Aus Kostengründen erhielt der neue Bahnhof kein zeitgemäßes Dr-Stellwerk, sondern nur ein elektromechanisches Stellwerk älterer Bauart. Die Gesamtkosten betrugen 5 Mio. DM. Die nicht mehr benötigten Anlagen für Lokbehandlung und Drehscheibe wurden abgebaut; das Lokschuppen-Gebäude ist erhalten und dient (Stand 2020) als Lager- und Verwaltungsbau eines Schrottplatzes.
Der Güterbahnhof
Nach der Ablösung im Personenverkehr diente die Anlage als Güterbahnhof, der bis Mitte der 1990er Jahre stark frequentiert war. Er verfügte über eine Ladestraße, verschiedene Anschlussgleise sowie einen Anschluss zum Mainufer mit Umschlag zur Main-Schifffahrt; zudem wurden hier Güterwagen abgestellt, und die Bahnmeisterei hatte ihren Sitz. 1990 übernahm die Fahrdienstleitung des neuen Bahnhofs die Steuerung, und die Formsignale wurden durch Lichtsignale ersetzt.
Niedergang und Nachnutzung
Ab 1997 verlagerten wichtige Kunden – darunter ein Deckenplattenhersteller in Amorbach und ein Keramikhersteller in Kleinheubach – ihre Transporte auf die Straße; die DB zog die Köf-III-Rangierlok ab, und die Anlagen dienten nur noch saisonal der Holzverladung. Nach dem letzten regulären Güterzug diente das Gelände zeitweise dem Abstellen von Bauzügen, 2005 wurde die Einfahrt gesperrt, und die Natur überwucherte die Anlagen. 2007 wurden sie bis auf Empfangsgebäude und Güterabfertigung abgebaut; die Fläche wurde in ein Gewerbegebiet für Geschäfte und Gastronomie umgewandelt.
Empfangsgebäude
Das Empfangsgebäude im spätklassizistischen Stil trägt eine Verblendung aus rotem Mainsandstein. Nach der Verlegung des Personenbahnhofs diente es der Bahnmeisterei und als Wohngebäude für Bahnbedienstete. 1981 gelangte es an einen Investor, der die Wohnungen in Mietwohnungen umwandelte.
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Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-13
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