Gedenkstätte an der ehemaligen Synagoge Kempen
Ein Mahnmal an der Umstraße erinnert an die jüdische Gemeinde Kempens und an ihre in der Zeit von 1933 bis 1945 vertriebenen und ermordeten Mitglieder. Es steht nahe dem Ort der Synagoge, die in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde.
An der Umstraße in Kempen erinnert eine Gedenkstätte an die frühere jüdische Gemeinde der Stadt und an das Schicksal ihrer Mitglieder während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Sie steht in der Nähe des Standorts der 1938 zerstörten Synagoge.
Auf einen Blick
- Standort
- Umstraße 15, 47906 Kempen
- Eingeweiht
- 1982
- Anlass
- Erinnerung an die jüdische Gemeinde Kempens und die 1938 zerstörte Synagoge
- Gestaltung
- Gemauerter Sockel mit Metalltafeln; Relief aus Davidstern und siebenarmigem Leuchter (Menora)
- Frühere Synagoge
- 1848–1849 in Ziegelbauweise an der Umstraße/Ecke Donkwall errichtet
- Zerstörung
- 10. November 1938
Jüdisches Leben in Kempen
Erste Juden sind in Kempen im 13. Jahrhundert nachgewiesen; diese kleine Gemeinschaft wurde jedoch durch ein Pogrom im Jahr 1288 ausgelöscht. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts siedelten sich erneut jüdische Familien an, die 1385 endgültig vertrieben wurden. Erst um 1800 lässt sich wieder eine jüdische Gemeinschaft belegen; um 1808 richtete sie einen Betraum an der Judenstraße/Ecke Schulstraße ein. Zwischen 1848 und 1849 entstand schließlich an der Umstraße/Ecke Donkwall eine Synagoge aus Ziegelstein.
Die Zerstörung 1938
Bereits 1933 kam es zu ersten judenfeindlichen Ausschreitungen; in den folgenden Jahren emigrierten viele jüdische Familien. Am 10. November 1938 verwüsteten einheimische SA-Angehörige die Synagoge und setzten sie in Brand, sodass sie völlig ausbrannte. Anschließend wurde jüdisches Eigentum in der Stadt zerstört. Mit der Deportation der letzten Jüdinnen und Juden in den Jahren 1941 und 1942 endete die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Kempen; überlebt hat sie nur ein Einziger: Kurt Mendel.
Das Mahnmal
Das 1982 eingeweihte Mahnmal steht unweit des einstigen Synagogenstandorts. Auf einem gemauerten Sockel trägt es zwei Metalltafeln. Die Vorderseite zeigt ein Relief aus Davidstern und siebenarmigem Leuchter (Menora) mit der Aufschrift „Gedenkstätte für die ehemaligen jüdischen Bürger der Stadt Kempen“. Die Rückseite nennt die Namen der betroffenen Familien. Ihre Inschrift lautet:
„Wir gedenken unserer jüdischen Mitbürger, die in Zeiten der Gewaltherrschaft von 1933 bis 1945 aus unserer Stadt vertrieben oder getötet wurden. Anschel, Arkobia, Berghoff, Bruch, Falk, Goldschmidt, Hirsch, Lambertz, Mendel, Rath, Servos, Simona, Winter. Am 10. November 1938 wurde die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Kempen durch Brandlegung zerstört.“
Besuch
Die Gedenkstätte befindet sich an der Umstraße 15 im öffentlichen Straßenraum und ist frei zugänglich. Sie lädt zu einem stillen Innehalten an einem Ort ein, an dem die Erinnerung an die jüdische Gemeinde Kempens bewahrt wird.
Karte
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Adresse
Umstraße 15
47906 Kempen
Öffnungszeiten
So: 00:00–24:00
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Quellen & Links
- Wikipedia (abgerufen 2026-07-29)
- commons.wikimedia.org (abgerufen 2026-07-29)
Automatisch erstellt, zuletzt geprüft: 2026-07-29
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